Segler auf dem Feldberg

Segler auf dem Feldberg: 17 Mitglieder unterstützen Weltcups an 72 Tagen

Von Heidrun Simoneit

Sie gehören zu den über 300 Helfern, die insgesamt 20.000 Stunden ehrenamtlich geschuftet haben, um am Feldberg eine sensationelle Performance hinzulegen und die Weltcups erfolgreich zu stemmen: der Segelverein Schluchsee. 17 Mitglieder waren mit 72 Einsatztagen in verschiedenen Bereichen tätig.

Segler bei den Skifahrern – passt das? Das passt prima, versicherte Stefan Wirbser: „Segeln und Skifahren sind beides Wassersportarten, wir spielen mit den gleichen Elementen.“ Es sei ein Spiel mit der Natur, das verbindet. Es sei zwar keine Selbstverständlichkeit zu helfen, aber, „wir kennen uns.“ Bittet ein Verein den anderen um Unterstuützung, klappt das meistens reibungslos.

Die Zusammenarbeit hat Vereinsmitglied Gabriele Wetter-Mayrock in die Wege geleitet. Sie leitete die Helferkoordinierung. Wetter-Mayrock wusste genau, wo sie nach Unterstützung suchen und wen sie für eine Tätigkeit ansprechen musste. Für viele Mitglieder ist es eben doch selbstverständlich, einem befreundeten Verein unter die Arme zu greifen und Hilfestellung zu leisten. Das sah Felix Egner so. Der zweite Vorsitzende der Segler war zwölf Tage im Einsatz und kümmerte sich unter anderen um den Aufbau, war mit den Shappern unterwegs, bei der Sektionsleitung dabei, beim Umbau der Strecke, machte Farbe: „Ich war überall dabei. Letztes Jahr habe ich schon geholfen und nächstes Jahr werde ich das wieder machen.“

Hüttenwirtin Daniela Müller sorgte am Schluchsee für einen reibungslosen Aufenthalt der 20 Helfer, obwohl dort nur 12 Betten zur Verfügung stehen: „Es war proppenvoll.“ Seit neun Jahren betreibt Müller die Vereinsgastronomie mit den vier Zimmern und kümmert sich neben dem Zimmern auch um die Verpflegung der Gäste. Für die Weltcup-Wochen hieß das für sie Arbeit fast rund um die Uhr. „Am Sonntag klingelte mein Wecker um 4 Uhr in der Früh“. Denn das Frühstück richtete sich stets nach den Einsatzzeiten auf dem Berg. Waren die Gäste ausgeflogen, kehrte für sie aber keine Ruhe ein. Manchmal blieben die Helfer nur für eine Nacht. Bettwäsche musste gewechselt werden, die Zimmer wurden gereinigt. Das Abendessen musste vorbereitet werden. Müller, die im letzten Jahr beim Snowboard-Weltcup unter anderem im Fahrdienst und bei der Jackenausgabe tätig war, blieb dieses Jahr nur Zeit, für einen kleinen Besuch auf dem Seebuck. Am letzten Tag bei strahlendem Sonnenschein und lange vor dem Rennen trat sie schon wieder den Heimweg Richtung Schluchsee an. Kassenwart Matthias Brockerhoff war gleich mit der ganzen Familie im Einsatz. Er betreute den VIP-Bereich. Laura Müller, die Tochter von Daniela, und Anna Loskill saßen in der Funarena und kümmerten sich im Race Office um die Akkreditierung der Helfer, der Sportler, der Presse und der VIPs. Auch für Doping-Kontrollen standen sie in Rufbereitschaft. Beide halfen bereits 2016. „Wäre ich nicht im Verein, hätte ich hier nicht geholfen“, war sich Loskill sicher. Im Sicherheits- und Ordnungsdienst konnte man Mitglieder vom Segelverein beobachten, am Start sorgten zwei Seglerinnen für den richtigen Ablauf.

Nach dem Weltcup ging es ins Vereinsheim zurück. In gemütlicher Runde wurde die internationale Großveranstaltung am Abend besprochen. Es wurde viel erzählt. Alle waren sich einig, warum man diese Strapazen auf sich genommen hat: „Weil es Spaß macht und man es einfach machen will.“

Alle Bilder: Heidrun Simoneit